Der Gartenlaubkäfer: Strategien zur Abwehr des unsichtbaren Gärtners

Gartenlaubkäfer und ihre Engerlinge: Ein Überblick

Der Gartenlaubkäfer ist ein Käfer aus der Familie der Scarabaeoidea, zu der auch der Maikäfer gehört. Die Larven dieser Käferfamilie sind vielen Gärtnern als “Engerlinge” bekannt - ein Wort, das Schrecken weckt!
Engerlinge des Gartenlaubkäfers und anderer schädlicher Arten richten in heimischen Gärten immer wieder erheblichen Pflanzenschaden an, daher werden sie nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Ein Befall äußert sich breit gestreut an Rasenflächen, Nutz- und Zierpflanzen, je nachdem, wo sich die gierigen Larven finden.

Ihr Leben verbringen Gartenlaubkäfer zumeist als Engerling unter der Erde. Nur ein sehr kleiner Anteil ihres Daseins ist als erwachsener Käfer dann der Fortpflanzung gewidmet, wenn die adulten Tiere an milden Frühsommertagen schwärmen. Das bedeutet auch, dass ansässige Larven gleich mehrere Jahre im Boden aktiv sind und ein Befall leider regulär nicht auf eine einzelne Saison begrenzt ist. Ohne professionelle Behandlung ist es daher oft kaum möglich, den hungrigen Engerlingen und den damit verbundenen Schäden beizukommen.

Jedoch gibt es auch ein Licht am Ende des Tunnels: Nicht alle Engerling-Arten sind grundsätzlich schädlich. Der Rosenkäfer oder der Nashornkäfer beispielsweise richten keinen Schaden an und sind als Nützlinge aktiv an der Humusproduktion beteiligt. Die Engerlinge dieser Käferarten ernähren sich ausschließlich von toten Pflanzenteilen und halten damit Ihren Garten sogar gesund! Für eine erfolgreiche Bekämpfung ist es also wichtig, die unterschiedlichen Engerlingarten zu erkennen und einen Befall mit schädlichen Larven eindeutig zu identifizieren. Schnelles Handeln kann dann den heimischen Garten glücklicherweise in aller Regel vor dem Schlimmsten bewahren.

Wir helfen Ihnen dabei, einen Befall mit dem Gartenlaubkäfer zu erkennen und stellen Ihnen wirksame Mittel zur biologischen und verträglichen Bekämpfung der hungrigen Engerlinge vor.

Identifikation von Gartenlaubkäfern und ihren Engerlingen

Die Larven:

Die Larven des Gartenlaubkäfers werden zu den Engerlingen gezählt, wie alle Larven der Käferfamilie der Scarabaeoidea. Gartenlaubkäfer-Engerlinge sind dicke, weißliche, C-förmig gekrümmte Larven, die bis zu 2 Zentimeter in Größe erreichen. Ihr Larvenstadium dauert bis zu 3 Jahre, in denen sich die gierigen Schädlinge im Boden verstecken und von unten am Wurzelwerk verschiedener Pflanzen fressen. Da die Gartenlaubkäfer Larven im Boden gut versteckt und kaum auszumachen sind, sind es häufig erst die leidenden Pflanzen, die auf einen Befall im Wurzelreich aufmerksam machen.

Das Schadbild:

Gern fressen die Engerlinge des Gartenlaubkäfers beispielsweise von unten an der Grasnarbe, was zum Absterben der sichtbaren Rasenfläche führt. Teilweise wird der Rasen sogar ganz vom Erdreich getrennt, indem Gartenlaubkäfer Larven die Wurzelverbindung vollständig kappen. Der Rasen liegt dann lose auf und kann einfach abgehoben werden. Häufig zeigen sich im Verlauf dann auch deutliche Löcher im Rasen, dort, wo Vögel nach den fetten Engerlingen picken. Der Schaden am Rasen wird dabei zwar durch die Aktivität der Vögel hervorgehoben, sie sind aber nicht der eigentliche Verursacher:
Vögel picken lediglich in den losen Rasenteilen herum, die durch den Engerlingsbefall ausgelöst werden. Mit ihrer Arbeit tragen Vögel im Grunde sogar dazu bei, eine Ausbreitung des Befalls zu vermeiden, indem sie die Anzahl der Schädlinge zu kontrollieren helfen. Hübsch anzusehen sind die Früchte dieser Arbeit aber in der Tat nicht, wenn die großen Löcher traurig im losen Rasen klaffen.

Der Käfer:

Den Gartenlaubkäfer selbst kann man im Frühsommer dann erkennen, wenn die tagaktiven, ausgewachsenen Käfer zur Paarung schwärmen. Nach bis zu drei Jahren als Larve verlassen die adulten Käfer die Dunkelheit des Erdreichs und sind bereit für die Paarung. Der Flug dieser Käferart beginnt im Juni, womit sie sich von ihrem Frühaufsteher-Verwandten dem Maikäfer unterscheiden. Zudem fehlt dem Gartenlaubkäfer das markante Aussehen des Maikäfers:  Der Gartenlaubkäfer ist mit etwa einem Zentimeter Länge und seinen glänzenden rotbraunen Flügeln in jeder Hinsicht etwas dezenter, als sein exzentrischer Artgenosse.

Der Lebenszyklus des Gartenlaubkäfers: Von der Larve zum Käfer

Die Entwicklung des Gartenlaubkäfers von der Larve bis zum erwachsenen Käfer dauert bis zu 3 Jahre und vollstreckt sich fast vollständig im Schutz des dunklen Erdreichs.

Die Larven:
Ein Gartenlaubkäfer-Weibchen legt etwa 40 Eier in sandigen, trockenen Boden ab, aus denen nach etwa 20 Tagen die gierigen Engerlinge schlüpfen. Sie beginnen unmittelbar mit dem Fressen und vernichten während dem Heranwachsen exponentiell mehr Wurzelgeflecht. Wird ein Befall erst einmal festgestellt, sollte daher schnell reagiert werden. Da die Engerlinge des Gartenlaubkäfers mehrere Jahre fressend im Boden verbringen, richten sie damit unbehandelt Saison nach Saison erneut Schaden an. 

Von der Puppe zum Käfer:
Erst nach 1-3 Jahren ziehen sich die fetten Larven zur Verpuppung zurück und schlüpfen im Frühsommer als erwachsene Käfer aus ihren Kokons. Die adulten Tiere verlassen das Erdreich und schwärmen im Juni tagaktiv aus, um Partner für die Paarung zu finden und zu fressen. Zweimal legen die Weibchen während ihres kurzen Daseins als flugfähige Käfer Eier ab, bevor sie nach maximal 6 Wochen sterben. Bis dahin hat ein einziges Weibchen jedoch etwa 80-100 Nachkommen hervorgebracht und somit den Fortbestand der Art gesichert. Und den des gärtnerischen Alptraums ebenfalls!

Natürliche Strategien zur Bekämpfung von Gartenlaubkäfer-Engerlingen

Die Bekämpfung des Gartenlaubkäfers sollte recht unmittelbar erfolgen, sobald der Befall entsprechend identifiziert wurde. Dabei stellt sich für viele Gärtner die Frage, welche Maßnahme sich am besten eignet und am effektivsten gegen den Befall vorgeht. 

Biologische Bekämpfung wählen!
Grundsätzlich hat es nur Vorteile, den Gartenlaubkäfer biologisch zu bekämpfen. Nematoden gegen Gartenlaubkäfer sind risikofrei, schnell und sehr effektiv, ohne den eigenen Garten und die Artenvielfalt durch den Einsatz von Giftstoffen zu belasten. Chemische Pestizide lassen sich nicht isoliert gegen den Gartenlaubkäfer anwenden, sondern zögen immer auch nützliche Gartenbewohner in Mitleidenschaft. Dieses Ungleichgewicht kann zukünftig dann wieder dazu beitragen, dass Schädlingspopulationen erneut überhandnehmen.
Um dies zu vermeiden und das natürliche Gleichgewicht im Garten zu fördern, sind Nematoden gegen Gartenlaubkäfer die ideale Lösung. Völlig ungefährlich für Mensch, Tier und Umwelt agieren die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer gezielt gegen ihre Beute und reduzieren einen Befall mit Engerlingen effektiv, während Nützlinge geschont werden.

Was ist zu beachten?
Wichtig bei der Anwendung von Nematoden ist es, den richtigen Anwendungszeitraum einzuhalten. Da Engerlinge durch das Jahr hindurch in unterschiedlichen Bodentiefen anzutreffen sind, eignen sich ausschließlich jene Monate für die Anwendung, in der die Schädlinge in der gleichen Bodentiefe zu finden sind, wie ihr Gegenspieler die Nematoden. 

Auch der Entwicklungsgrad der Larve ist entscheidend für einen Bekämpfungserfolg, da ältere Larven für die Nematoden ggf. bereits zu groß und zu widerstandsfähig sind. Eine Anwendung ist daher in den Sommermonaten von Juli bis September am sinnvollsten und sollte bei starkem Befall ggf. über diesen Zeitraum hinweg monatlich wiederholt werden.

Vorbeugen gegen Gartenlaubkäfer: Maßnahmen zum Schutz Ihres Gartens

Gartenlaubkäfer im Rasen zu bekämpfen ist eine Erfahrung, um die sich kein Gärtner streiten würde. Die Schäden der Engerlinge sind nachhaltig und betroffene Rasenflächen müssen mühsam saniert werden, wenn der Schädling dann endlich verschwunden ist. Um einem erneuten Befall also vorzubeugen, gibt es verschiedene Hausmittel gegen Gartenlaubkäfer, die zwar für eine aktive Bekämpfung nicht ausreichend wären, aber einem (erneuten) Einzug den Gartenlaubkäfers entgegenwirken können. 

  1. So lohnt es sich beispielsweise, Rasenflächen mit Knoblauchpflanzen, Rittersporn oder Geranien zu säumen. Die Wurzeln dieser Pflanzen sind giftig für Engerlinge und wirken damit als  Abwehrmaßnahme natürlich und effektiv. 
  2. Von Präventionsmaßnahmen, die den Einzug des Gartenlaubkäfers chemisch bekämpfen, möchten wir im Sinne des natürlichen Gleichgewichts abraten. Chemische Vorgehen affektieren immer auch nützliche Gartenbewohner. Sie stören die Artenvielfalt und damit die natürliche Selbstregulation des Ökosystems, was sich langfristig nachteilig auswirken und sogar zu weiteren Schädlingsproblemen in der Zukunft führen kann. 
  3. Stattdessen können erwachsene Käfer mittels einer einfachen Gartelaubkäfer-Falle gefangen werden, die sie in ihrer einfachsten Ausführung sogar selber bauen können. Fallen aus dem Fachhandel verfügen über einen Lockstoff, der die Gartenlaubkäfer in eine Trichterfalle lockt. Andere Tiere und Insekten bleiben von der Falle unbeeindruckt, da sie den Lockstoff der Käfer nicht als anziehend wahrnehmen. 
  4. Auch ein präventiver Einsatz von Nematoden kann jährlich zwischen Juli und September dazu beitragen, einen eventuellen Einzug des Schädlings im Keim zu ersticken, bevor es zu ersten Schäden kommen kann. Nematoden sind dabei völlig risikofrei für Mensch, Tier und Umwelt. Sie belasten das Ökosystem nicht und sind ungefährlich für nützliche Gartenbewohner wie Bienen

In jedem Fall gilt:
Je gesünder und vielfältiger das heimische Ökosystem, umso besser kann sich die Natur auch selbst regulieren. Kümmern sich Spitzmaus, Igel, Vogel und Erdkröte ganz natürlich um die Engerlingpopulation, dann wird ein natürliches Gleichgewicht erlaubt, in dem der Engerling als Teil des funktionierenden Ökosystems schadfrei toleriert werden kann.

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Fazit:

Die Menge macht das Gift!
Ein brauner fliegender Käfer im Garten ist noch kein Grund zur Sorge. Das vermehrte Auftreten von Gartenlaubkäfern kann jedoch ein Problem anzeigen, gegen welches zügig gehandelt werden sollte. Dabei können Gartenlaubkäfer biologisch bekämpft werden, ohne das Ökosystem mit Giftstoffen zu belasten oder das natürliche Gleichgewicht zu stören. Nematoden greifen in diese feine Balance natürlich ein und stellen das Gleichgewicht zwischen Schädling und Nützlingen sanft wieder her. Andere Gartenbewohner bleiben von dieser Behandlung völlig unbeeindruckt, so dass ein breiter Bestand an verschiedenen Nützlingen gefördert wird. 

Zusätzlich zum unterirdischen Einsatz der Nematoden können oberirdisch auch Gartenlaubkäfer-Fallen eingesetzt werden. Auch hier stehen biologische Lösungen zur Verfügung, die mit speziellen Lockstoffen und Farbreizen arbeiten, um erwachsene Käfer abzufangen und so an der Eiablage zu hindern. 

Zwar lohnt es sich, über mehrere Jahre hinweg aufmerksam zu sein und das Befallsgeschehen genau zu beobachten. Mit einer gezielten Behandlung und den richtigen Präventionsmaßnahmen konnte aber ganz sicher noch jeder Rasen gerettet werden!