Purzelkäfer im Garten: Erkennen, Verstehen und Bekämpfen

Purzelkäfer: Kleine Gartenbewohner unter der Lupe

Der Purzelkäfer ist wohl der kleinste Übeltäter aus der Familie der Blatthornkäfer und mit seinen farbig schillernden Flügelplatten möchte man dem hübschen Käfer gar kein Übel zutrauen. Der Silbrige Purzelkäfer, oder auch Hoplia philanthus, ist jedoch ein Verwandter des Mai- und Junikäfers und richtet in deutschen Gärten leider wie seine großen Brüder häufig unschöne Pflanzenschäden an. Es sind die Larven des Purzelkäfers, die kleinen Engerlinge, die von unten an den Pflanzenwurzeln fressen und ihre Wirtspflanze damit in deutliche Mitleidenschaft ziehen.
Zwar sind die Engerlinge des Purzelkäfers im Vergleich zu denen des Maikäfers deutlich kleiner, aber das muss noch nichts heißen. Hat sich ein Befall erstmal im Rasen etabliert, dann machen die Engerlinge häufig zahlenmäßig für ihre geringe Körpergröße wett. Gemeinsam zerstören die Schädlinge ganze Rasenflächen, fressen von unten an Pflanzenwurzeln und schaffen mit ihrem Appetit ein Schadbild, das dem seiner größeren Verwandten in nichts nachsteht. 

Wir schauen uns einmal gemeinsam an, wie der Purzelkäfer lebt, was ihn auszeichnet und wie man einer übermäßigen Vermehrung des Schädlings natürlich und umweltverträglich entgegenwirken kann.

Vom Ei zum Käfer: Lebenszyklus der Purzelkäfer verstehen

Der Engerling:

Der Lebenszyklus des Purzelkäfers gleicht dem seiner verwandten Blatthornkäfer, die den Großteil ihrer Lebenszeit unterirdisch im Schutz der Dunkelheit verbringen. Zwei Jahre nämlich sind es, die die Purzelkäfer Larve, der sogenannte Engerling, im Erdreich verweilt. Die Winter verbringen sie in tieferen Bodenschichten unter der Frostgrenze, in den wärmeren Jahreszeiten lassen sie sich ziemlich unmittelbar unter der Grasnarbe finden. Hier fressen sie unterirdisch an den Wurzeln gesunder Pflanzen und ernähren sich so, bis sie nach mehreren Häutungen auf eine Größe von etwa 2 cm herangewachsen sind.

Von der Larve zum Käfer:

Haben sie ihr finales Kampfgewicht erreicht, dann ziehen sich die dicken, weißen Larven zur Verpuppung zurück. Im Frühjahr schlüpfen dann die erwachsenen Käfer und verlassen das Erdreich im Juni für den einmaligen Schwarmflug. Nur 5-6 Wochen verbringen die Tiere als adulte, flugfähige Käfer, während derer sie sich vollständig auf zwei Dinge konzentrieren: Fressen und die Fortpflanzung! Der Fraßschaden der erwachsenen Käfer ist dabei in der Regel nicht nennenswert, da sich das junge Grün in aller Regel schnell wieder erholt.

Das Schadbild:

Befruchtete Weibchen legen nach wenigen Wochen ihre Eier in Erdhöhlen von bis 15 cmTiefe ab, aus denen nach etwa einem Monat die jungen Engerlinge schlüpfen. Die Purzelkäfer Larven beginnen unmittelbar zu fressen, hinterlassen aber aufgrund ihrer geringen Größe im ersten Jahr noch keinen sichtbaren Schaden. Je weiter die Engerlinge jedoch heranwachsen, umso umfangreicher wird auch ihre Fraßtätigkeit - und umso eindeutiger der Schaden! Bald finden sich dann losgelöste Rasenteile, abgestorbene und vergilbte Rasenflächen und unter der Grasnarbe lässt sich der Übeltäter meist in Vielzahl finden. Dann sind die Purzelkäfer-Engerlinge bereits so groß, dass sie auch recht widerstandsfähig sind und eine Bekämpfung gezielt und nachhaltig erfolgen sollte. Wird nicht in den Zyklus eingegriffen, dann ziehen sich die ausgewachsenen Engerlinge zur Verpuppung zurück und vermehren sich als erwachsene Käfer erneut.

Natürliche Bekämpfungsmethoden: Nematoden gegen Purzelkäfer

Purzelkäfer sollten bei schadhaftem Befall tatsächlich nicht sich selbst überlassen werden, da eine Ausbreitung rasant erfolgen kann und angrenzende Bereiche somit ebenfalls gefährdet sind. Eine Behandlung sollte daher immer dann in Betracht gezogen werden, wenn starke Flugjahre beobachtet werden können oder sogar bereits erste Pflanzenschäden auf eine Besiedelung mit Engerlingen hinweisen. Doch was kann man gegen den Purzelkäfer unternehmen? Ist eine Bekämpfung auf biologische Weise und ohne den Einsatz giftiger Chemikalien überhaupt möglich?

Die gute Nachricht ist hier: Ja, biologisch ist möglich!

Ein Befall mit Purzelkäfern muss nicht zwangsläufig den Einsatz giftiger Pestizide bedeuten. Mit Nematoden gegen Purzelkäfer und Purzelkäfer-Engerlinge ergibt sich die Möglichkeit, den Schädling auf natürliche und ökologische Weise effektiv zu bekämpfen. Dieses professionelle Bekämpfungsmittel bedient sich der Vorteile beider Welten und macht keinerlei Kompromisse!

Die Vorteile:

  1. Nematoden gegen Purzelkäfer-Engerlinge (und andere Engerlinge aus der Familie der Blatthornkäfer) wirken unterirdisch, unbemerkt und auf natürliche Weise. Die winzigen Fadenwürmer sind für Pflanzen, Mensch und Tier völlig ungefährlich, sogar im direkten Kontakt. Lediglich den Engerlingen rücken sie zu Leibe.
  2. In den empfohlenen Anwendungsmonaten ausgebracht, sind die Nematoden in identischer Bodentiefe mit den Engerlingen des Purzelkäfers zu finden. Hier bedienen sich die Nematoden an den Larven als Beute und töten die Schädlinge innerhalb kürzester Zeit effektiv ab. 
  3. Für die geplagten Pflanzen bedeutet dies eine unmittelbare Erleichterung
  4. Giftig oder gefährlich sind die Nematoden dabei weder für Vögel oder Igel, die sich an den Engerlingen bedienen, noch für im Garten spielende Kinder oder Haustiere.

Eine gezielte und isolierte Bekämpfung des Schädlings ist im Gegensatz dazu mit chemischen Bekämpfungsmitteln kaum möglich, da sich ihre Giftigkeit grundsätzlich gegen alles richtet, was mit den Mitteln in Kontakt kommt.

Nematoden gegen Purzelkäfer sind ein zuverlässiges Mittel, um gezielt gegen den Schädling - und gegen diesen allein - vorzugehen und ein gesundes Ökosystem zu unterstützen. Auch zur Vorbeugung eines Befalls können Nematoden im Spätsommer ausgebracht werden, wenn die jungen Larven der Purzelkäfer sich an ihre ersten Mahlzeiten machen. So wird einem Festsetzen des Befalls unmittelbar entgegengewirkt, ohne andere Gartenbewohner durch die Präventionsmaßnahme zu gefährden. Wer also die Vielfalt im eigenen Garten schätzt, der schützt!

Der Purzelkäfer: Bekämpfungsstrategien und Erfolgsaussichten

Der Purzelkäfer ist kein gern gesehener Gast, wenn man einmal von seiner hübschen Erscheinung absieht. Leider vergreifen sich seine Larven, die sogenannten Engerlinge, gern und heftig am Wurzelgeflecht lebendiger Pflanzen - bevorzugt unter Rasenflächen. Damit lösen sie immer wieder deutliche Schadbilder aus, die ihnen nur schwer zu verzeihen sind:
Ganze Rasendecken lösen sich vom Erdreich ab, die Gräser werden schwach, verfärben sich und sterben ab. Vögel tragen zu dem unansehnlichen Umstand bei, indem sie in den losen Grünflächen nach den leckeren Engerlingen picken und so große, kahle Löcher unterstützen.

Ein Befall mit Purzelkäfern kann jeden treffen und sollte schnell behandelt werden, um eine Ausbreitung auch im Sinne der Nachbarschaftlichkeit zu vermeiden. Dabei stehen verschiedene Bekämpfungsstrategien gegen den Purzelkäfer und seine Engerlinge zur Verfügung:

  1. Die Prävention oder aktive Purzelkäfer-Bekämpfung durch den Einsatz von Nematoden versichert eine schnelle und erfolgreiche Anwendung, während andere Gartenbewohner, Haustiere und die Umwelt von dem verträglichen Mittel völlig unbeeindruckt bleiben. 
  2. Ein giftfreier Garten lockt auch eine Vielzahl an Nützlingen an, die gemeinsam mit Ihnen an einem Strang ziehen: Spitzmaus, Igel, Vogel und Erdkröte nehmen es für Sie mit einer Vielzahl verschiedener Schädlinge auf, während sie selbst keinerlei Schaden im Garten oder an Ihren Pflanzen hinterlassen. Es ergibt sich eine starke Symbiose:
    Wir bieten Nützlingen einen giftfreien Garten als Lebensraum, während sie diesen Lebensraum für uns frei von Schädlingen halten - was den Einsatz von Giften langfristig wiederum unnötig macht. Das natürliche Gleichgewicht ist wiederhergestellt!
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❗️❗️❗️ Beachten Sie im Sinne der Nützlingsförderung auch, dass die Larven verschiedenster Blatthornkäfer als Engerlinge bezeichnet werden und sich zum Verwechseln ähnlich sehen. Dabei sind jedoch nicht alle Arten schädlich und einige tragen sogar ganz aktiv zu einem gesunden Garten bei:


Die Larven des Rosenkäfers und des Nashornkäfers sehen schädlichen Engerlingen zum Verwechseln ähnlich, sie stehen jedoch beide als Nützlinge unter Schutz!
Finden sich also Engerlinge in Kompost, Humus oder Mulch, dann sind Sie auf Freund gestoßen, statt Feind!

Die Engerlinge des Rosen- und des Nashornkäfers ernähren sich ausschließlich von abgestorbenen Pflanzenteilen und Totholz, so dass sie keinerlei Schäden an lebenden Pflanzen hinterlassen. Stattdessen tragen sie ganz aktiv zur Humusbildung bei und sind so ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Gartens, der unserem Schutz bedarf.